Eigenleistung optimieren - und welche Arbeiten sich lohnen |
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| Maßnahmenbeschreibung | Querinfos |
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Viele Do-it-yourselfer werden durch unqualifizierte Aussagen auf eine falsche Fährte geführt.
"Beim Bau in Selbsthilfe sind nur die Arbeiten zu empfehlen, die einen hohen Lohnanteil haben.
"Das ist falsch! Man muß sich schon die Mühe machen und die Selbstbautauglichkeit für jedes
einzelne Gewerk untersuchen ("Gewerk": unterschiedliche Arbeitsbereiche wie Maurerarbeiten,
Dachstuhl, Fenster). Dabei kommt es auch immer auf die persönliche Einstellung zur jeweiligen
Arbeit an. Und:
Es geht letztlich nicht immer nur ums Geld. Wenn ein Bauherr eine Tätigkeit besonders gern
erledigt, dann sollte er sich nicht davon abschrecken lassen, falls die mögliche Ersparnis
unbedeutend ist. Gleiches gilt auch andersherum: Was nützt die größte Einsparung, wenn sich
der Selbstbauer monatelang quälen muß?
Bewerten Sie jedes einzelne Gewerk für sich persönlich ! Aus unserer Tabelle können Sie ablesen, in welcher Größenordnung die Ersparnis durch Eigenleistung liegt. Ihre persönliche Ersparnis ermitteln Sie mit der "Checkliste Eigenleistung" auf Seite 122. o Baugrubenaushub. Wer mit Schaufel und Schubkarre den Kampf gegen die Erdmassen aufnimmt, vergeudet unnötig Kraft und Zeit. Man sollte für die Baugrube besser ein Unternehmen beauftragen. o Der Aushub der Fundamentgräben mit der Schaufel ist eine anstrengende, aber oft praktizierte Selbstbaudisziplin. o Verlegen der Entwässerung unter der Bodenplatte. Dieses Gewerk kann in eigener Regie erledigt werden. Achtung: Das Gefälle muß stimmen. Etwa ein bis zwei Zentimeter pro Meter, abfallend vom Raum bis zum Straßenanschluß. o Schalen und Bewehren der Bodenplatte. Diese Arbeit ist für den Selbstbauer kein Problem, sofern der Bauleiter vor dem Betonieren das Werk überprüft. o Betonieren von Fundamenten und Bodenplatte. Auch Selbstbauer mit einem sehr kleinen Budget sollten Transportbeton wählen und auf den Einsatz einer Betonpumpe nicht verzichten. Bei so einer Betonier-Aktion (Dauer rund drei Stunden) sind zwei bis drei Helfer unentbehrlich. Wichtig: Mindestens ein Profi muß in der Mannschaft sein. o Auch wer es nicht glauben möchte: Die Maurerarbeit ist die interessanteste Selbstbautätigkeit. Eine kurze Einarbeitungszeit, ein schnell sichtbarer Baufortschritt und eine sehr hohe Baukostenreduzierung charakterisieren dieses Gewerk. Voraussetzung ist jedoch, daß ein verarbeitungsfreundliches Mauerwerksmaterial zum Einsatz kommt (Porenbeton, Planziegel, Schalungssteine). o Stürze über Türen und Fenstern werden nur noch selten mit Brettern geschalt. Gerade die Käufer von Haus-Bausätzen bekommen Fertigteilstürze angeboten, die man einfach über die Maueröffnung legt. Aber auch bewehrte L-Schalen, die zum tragenden Sturz ausbetoniert werden, gehören zum rationellen Selbstbauen. o Geschoßdecken. Die preiswerteste Lösung sind Montagedecken: Dabei dienen durchlaufende Gitterträger als Auflager für die Deckensteine. Die Zwischenräume werden später mit Beton ausgefüllt. Allerdings kompensiert sich der finanzielle Gewinn, wenn man zu jener Baustelle herüberschielt, auf der eine massive Fertigteildecke (Porenbetonplatten, Ziegel- Elemente, Hohlkörperplatten) verlegt wird. Oft eingesetzt: Die Filigrandecke. Eine vier bis fünf Zentimeter dünne Betonplatte mit einbetonierter Anschlußbewehrung macht großflächiges Schalen überflüssig. Bei diesem Halbfertigteil wird noch die obere Bewehrung gelegt und dann die gesamte Fläche ausbetoniert. Nachteil: Die Bauarbeit ist mühsam (Sprieße und Kanthölzer als Unterbau stellen, Stahlmatten verlegen, betonieren). Vorteil: Die Materialkosten sind sehr gering. o Dachstuhl. Das eingespielte Team der Zimmerleute richtet an einem Tag das Holzgebälk für ein Einfamilienhaus auf. Als Laie kann man da fast nichts helfen. o Dacheindeckung. Der Selbstbauer sollte nur dann aufs Dach steigen, wenn es gilt, ein Satteldach oder ein Pultdach ohne Gauben zu decken. Walmdächer und Gaubenanschlüsse (Beispiele) erfordern praktische Vorkenntnisse, damit das Dach wetterfest wird. Wichtig: Regenrinnen und Fallrohre müssen ebenfalls fachmännisch verlegt sein. Dieses Gewerk ist also nicht für jeden Do-it-yourselfer geeignet. o Fenster und Haustür einzubauen, ist mit einer ausführlichen Montageanleitung gar nicht so schwierig. Werden allerdings zusätzlich Rolläden gewünscht, sollte der Laie das gesamte Gewerk einem Fachmann überlassen. 0 Installation (Heizung, Sanitär, Elektro). Auch ausgeklügelte Bausätze, bei denen komplizierte Bauteile, wie etwa der Armaturenblock eines Heizkessels, bereits vormontiert geliefert werden, führen irgendwann in eine Sackgasse. Tip: Die Installationen zusammen mit einem Fachmann ausführen. So entfällt die mitunter recht lange Einarbeitungszeit. 0 Innenputz. Geschick und Ausdauer sind notwendig, um aus den Rohbaumauern ansehnliche Wohnwände zu zaubern. Obwohl die Profis beim Innenputz mit Maschineneinsatz zur Sache gehen, kann der Selbstbauer auch in Handarbeit ein hübsches Sümmchen sparen. o Estrich. Im durchschnittlichen Einfamilienhaus werden rund 160 Quadratmeter Estrich verlegt. Wer 20 Stunden pro Woche neben dem Hauptberuf auf der Baustelle absolviert, braucht für einen Zement-Estrich etwa acht Wochen, wenn das Material im kleinen Mischer angerührt und Eimer für Eimer ins Haus geschleppt wird. Um diese Zeit verschiebt sich auch der Einzug. Würde man Fachleute beauftragen, könnte das Haus rund zwei Monate früher bezogen werden. Für jemanden, der mehr als 1000 Mark Miete im Monat zu bezahlen hat, wird es also billiger sein, den Estrich von einer Firma legen zu lassen. o Holzdielenboden. Das ist der preiswerteste Bodenbelag für Selbstbauer. Man braucht keinen Estrich. Die Dielenbretter werden auf Kanthölzern festgeschraubt. o Laminatboden. Das ist der schnellste Bodenbelag. Auf dem Estrich werden die dünnen Platten im Nut-und-Feder-Prinzip verlegt. Laien brauchen rund eine Stunde, um fünf Quadratmeter zu legen. o Das Fliesenlegen rangiert in der Hitliste der Innenausbaugewerke ganz oben. Man hat sehr schnell die notwendigen Handgriffe erlernt, und die Ersparnis kann sich ebenfalls sehen lassen. o Tapezieren. Wer sein Haus komplett in eigener Regie hochgezogen hat, wird wohl kaum einen Handwerker mit Tapezier- und Anstricharbeiten beauftragen. Allerdings ist die mögliche Ersparnis nicht ganz so interessant wie beim Verlegen der Fliesenbeläge. o Außenputz. Gute Kondition ist gefragt, da man die Außenputzarbeiten nicht an jeder Stelle unterbrechen darf. Wer es dennoch tut, kann später jede Verputz-Pause an der Fassade erkennen. Tip: Im Team arbeiten. |