Decke drauf - Keller fertig

Leseprobe : Ronald Meyer, Das selbstgebaute Haus : Rohbau, Blottner Fachverlag

Kleine Unebenheiten im Deckenauflager werden nachträglich unterfüttert, größere Unebenheiten beseitigt man vor dem Verlegen der Fertigteile durch eine Mörtel-AusgIeichschicht. Dazu eventuell Schalbretter mit waagerechter Oberkante anbringen, die Mörtelschicht darüber sauber abziehen. Viele Schalungsstein-Bauherren entscheiden sich für die Halbfertigteildecke (Filigrandecke), die im Kapitel "Der Rohbau aus Porenbeton" bereits ausführlich vorgestellt wurde. Die Zusatzarbeiten (Unterbau stellen, bewehren, betonieren) sind bei diesem Deckentyp zwar recht mühsam, die Decke paßt aber gut zur Schalungsstein-Idee: Ein ganzes Haus aus einem Guß sozusagen. Und wenn man ein Beton-Vorratssilo auf der Baustelle stehen hat, liegt die Ersparnis vielleicht in einem so interessanten Bereich, daß sich die Mehrarbeit wirklich lohnt. Ansonsten sind die Hohlplattendecke (ebenfalls im Porenbeton-Kapitel erläutert) oder die Hohlkörperrippendecke die bessere, weil bequemere Alternative. Die preiswerteste (aber zeitintensivste) Decke ist die Hohlkörperrippendecke. Vorteil: Weil man einzelne Füllsteine zwischen durchgehende, relativ leichte Gitterträger legt, kann ohne Kran gearbeitet werden. So ein Deckensystem können also auch Selbst- bau-Einzelkämpfer in den Griff bekommen, die keine Helfer haben.

Nicht nur die Vorbereitung, sondern auch die Nachbereitung der unterschiedlichen Deckenarten ist wieder gleich: Rand abmauern, Zusatzbewehrung einbringen und ausbetonieren. Bei der Filigrandecke wird die gesamte Fläche, bei der Hohlplattendecke wird ein Ringanker über alle tragenden Wände betoniert. Bei der Rippendecke zieht man zusätzlich auch über den Gitterträgern eine Betonschicht auf. Achtung: Die Stützen unter den Decken müssen nach dem Betonieren mindestens drei bis vier Wochen stehenbleiben. Im Zuge der Deckenverlegung wird auch die Treppe vom Keller ins Erdgeschoß eingebaut. Ob Fertigteil oder Ortbeton: Der Treppenbau läuft nach demselben Schema ab wie beim Porenbeton-Rohbau.

Vor dem Verfüllen der Baugrubenarbeitsräume Kellerwände abdichten

Damit der Keller über Jahrzehnte trocken bleibt, müssen alle Kellerwände, die Bodenkontakt haben, sorgfältig abgedichtet werden. Am besten sind Bitumen-Spachtelmassen geeignet, die man auf den vorbereiteten Untergrund aufträgt: lose Teile und Staub entfernen, Löcher und Risse in der Wand spachteln. Im Bereich des Fundamentvorsprungs unbedingt eine "Hohlkehle" anlegen. Wichtig: Lesen Sie vor dem Auftragen der Spachtelmasse die Verarbeitungshinweise des Herstellers. Auf der groben Schalungsstein-Oberfläche funktioniert noch eine andere Technik: Zuerst wird ein spezieller Sperrputz aufgespachtelt, darüber kommt ein dreifacher Deckanstrich auf Bitumenbasis.

Achtung: Alle Bitumenanstriche und die meisten Bitumen-Spachtelmassen sind nur für nichtdrückendes Wasser (Boden- feuchtigkeit) geeignet. Steht das Haus im Grundwasser (drückendes Wasser), muß der Keller von Fachleuten als wasserdichte Betonwanne ausgeführt werden, oder man nimmt spezielle Bitumen-Spachtelmassen, die auch drückendem Wasser standhalten. Die letzten Arbeitsschritte beim Kellerbau: Drainage legen, Lichtschächte anbringen, Baugrubenarbeitsraum verfüllen.


2000 Dipl.Ing. Hans-Peter Schmitz, Erftstadt   Homepage  Email