Verlegung von Trockenestrichen, Bodenunterlagen und Bodenbelägen

Leseprobe : Der Profi-Heimwerker - Dachausbau, Callwey Verlag


Insbesondere, wenn viel Eigenleistung investiert werden soll, bietet sich als Bodenunterbau die Verwendung von Trockenestrichen an. Die hierfür im Handel befindlichen Platten können ohne Schwierigkeiten selbst verlegt werden. Sie haben auch den Vorteil, daß im Gegensatz zum Naßestrich keine Wartezeiten und Arbeitsunterbrechungen nötig werden.

Unterbodenplatten sind meist notwendig, um Unebenheiten auszugleichen und für eine ausreichende Wärme- bzw. Trittschalldämmung zu sorgen. Ökologische Produkte wirken sich zudem positiv auf das Raumklima aus, sind diffusionsoffen und recyclebar bzw. kompostierbar. Viele Fabrikate (z.B. die Unterbodenplatte Stepisorel von lsoroy aus unbehandelten Nadelholzresten) verbinden die Funktion der Dämmung mit der des Niveauausgleichs (bis 2 mm).

Die Wahl des Bodenbelags ergibt sich in erster Linie aus den Nutzungsanforderungen bzw. der Beanspruchung und dem persönlichen Geschmack. Wenn nach ästhetischen Gesichtspunkten ausgewählt wird, fällt die Wahl zunehmend auf Holzböden, die sowohl ein angenehmes Wohngefühl als auch ein gutes Raumklima schaffen. Probleme, gerade mit den relativ empfindlichen Parkettböden, sind allerdings zu erwarten, wenn starke mechanische Beanspruchungen auftreten (z. B. in Kinderzimmern). Beim Einbau einer Fußbodenheizung besteht die Gefahr, daß das Holz sich verzieht. In jedem Fall sollte man für Bodenbeläge harte, widerstandsfähige Hölzer wie Buche, Robinie usw. bevorzugen. Bei mehrschichtverleimtem Parkett, das sich durch die drei senkrecht zueinander verleimten Schichten teils weniger in sich verzieht als massive Hölzer, ist auf eine ausreichende Stärke der Nutzschicht zu achten (4 mm oder mehr), damit der Boden mehrmals nachgeschliffen werden kann. Ökologisch empfehlenswert sind unbehandelte oder mit biologischen Wachsen und Ölen behandelte, unversiegelte Hölzer (etwa von den Herstellern Espen oder Junckers, Modell Bio-Line). Die Massivholzdielen werden hier mit Metallbügeln verlegt. Das ermöglicht für den Heimwerker die schwimmende Verlegung und gewährleistet, daß der Boden gegebenenfalls wieder entfernen werden kann. Dies kann unter Umständen durchaus eine Menge Geld sparen!

Eine andere, ökologisch sinnvolle Wahl besteht in den überwiegend aus pflanzlichen Rohstoffen (Leinöl, Jute, Naturharze, Holzmehl, Kalkstein, Kork) hergestellten Linoleumböden, die heute zudem in einer umfangreichen Farbpalette angeboten werden (z. B. von DLW).


Linoleum-Beläge bieten viele Gestaltungsmöglichkeiten


2000 Dipl.Ing. Hans-Peter Schmitz, Erftstadt   Homepage  Email