Der Liegestuhl lädt zum Ausspannen ein. Von Trockenmauern ringsum weht ein Duft wie aus dem
Gewürzregal. Eine Mönchsgrasmücke singt oberhalb vom Traubenholunder. Schmetterlinge gaukeln
umher, Eidechsen rascheln im Wildblumenbeet. Das alles ist keine Illusion, sondern das
Lebensgefühl eines Naturgartens. Inmitten der Stadt.
Wie Sie das erreichen, das können Sie in dem fundierten Buch "Das Naturgarten-Baubuch" von
Fritz Hilgenstock und Reinhard Witt nachlesen. Diese ausgewiesenen Experten knüpfen an die
Tradition des Naturgartenbaus an, der in Europa immerhin schon über 100 Jahre alt ist. Sie
erwecken alte, fast vergessene Baustoffe, Bautechniken und Bauwerke wieder zum Leben. Wie
errichtet man eine Trockenmauer ohne Beton, so dass sie Jahrhunderte hält? Wie hintermauert
und hinterfüllt man? Was ist ein natürliches Bankett? Wie fertigt man fachlich hochwertige
wassergebundene Plätze und Wege? In den Kapiteln "Boden" und "Baustoffe" beschreiben sie
den richtigen Umgang mit dem Boden und stellen die im Naturgartenbau wichtigen regionalen
Baustoffe vor.
Im umfassenden Teil Bauwerke geht es von der Rohplanie über die Fundation mit natürlichen
Materialien bis hin zu Natursteinmauern, Treppen, Wegen, Plätzen oder Zufahrten, Fassaden
und Dächern - alles unter dem Blickwinkel naturnah. Sämtliche wichtigen Bautechniken werden
durch klare Illustrationen und hilfreiche Schritt-für-Schritt-Fotos erklärt. Dem Wasser im
Garten ist ein besonderer Teil gewidmet: Mit Folie, Bentonit oder Stabilit können Naturteiche
oder Schwimmteiche abgedichtet werden. Bewegtes Wasser findet sich in Form von
Regenwasserbachlauf oder Sumpfgraben. Selbst Spielanlagen für Kinder findet man hier, etwa
ein Wasser-Spielplatz oder Weidenbauten.
Zum Bewährten das Neue. Die zweite Buchhälfte ist geprägt von einem unkomplizierten, für
manchen bestimmt provozierend wirkenden Umgang mit heimischen Wildpflanzen. Hier stellen die
Autoren viele weitgehend unbekannte, in den vergangen Jahren entwickelte Bau- und
Vegetationstechniken vor: die Anlage eines Blumen-Schotter-Rasen, die Ansaat einer Magerwiese
im Kiesbett, Staudenpflanzungen mit sterilem Grünkompost, die Verwendung von Baumstecklinoren,
um nur einige der zahlreichen Schritt-für-Schritt-Anleitungen dieses Buches zu nennen. Das
Kapitel Vegetationsflächen vermittelt schließlich die standortgemäße Verwendung heimischer
Stauden, Gräser, Farne, Zwiebeln, Sträucher und Bäume. Der Pflege naturnaher Elemente ist
ein eigenes Kapitel gewidmet.