Hilgenstock, Witt

Das Naturgarten-Baubuch


Callwey Verlag, 2003, 216 S. mit 260 farbigen Abbildungen, Format 28 x 24 cm
ISBN 3-7667-1542-9


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Der Liegestuhl lädt zum Ausspannen ein. Von Trockenmauern ringsum weht ein Duft wie aus dem Gewürzregal. Eine Mönchsgrasmücke singt oberhalb vom Traubenholunder. Schmetterlinge gaukeln umher, Eidechsen rascheln im Wildblumenbeet. Das alles ist keine Illusion, sondern das Lebensgefühl eines Naturgartens. Inmitten der Stadt.

Wie Sie das erreichen, das können Sie in dem fundierten Buch "Das Naturgarten-Baubuch" von Fritz Hilgenstock und Reinhard Witt nachlesen. Diese ausgewiesenen Experten knüpfen an die Tradition des Naturgartenbaus an, der in Europa immerhin schon über 100 Jahre alt ist. Sie erwecken alte, fast vergessene Baustoffe, Bautechniken und Bauwerke wieder zum Leben. Wie errichtet man eine Trockenmauer ohne Beton, so dass sie Jahrhunderte hält? Wie hintermauert und hinterfüllt man? Was ist ein natürliches Bankett? Wie fertigt man fachlich hochwertige wassergebundene Plätze und Wege? In den Kapiteln "Boden" und "Baustoffe" beschreiben sie den richtigen Umgang mit dem Boden und stellen die im Naturgartenbau wichtigen regionalen Baustoffe vor.

Im umfassenden Teil Bauwerke geht es von der Rohplanie über die Fundation mit natürlichen Materialien bis hin zu Natursteinmauern, Treppen, Wegen, Plätzen oder Zufahrten, Fassaden und Dächern - alles unter dem Blickwinkel naturnah. Sämtliche wichtigen Bautechniken werden durch klare Illustrationen und hilfreiche Schritt-für-Schritt-Fotos erklärt. Dem Wasser im Garten ist ein besonderer Teil gewidmet: Mit Folie, Bentonit oder Stabilit können Naturteiche oder Schwimmteiche abgedichtet werden. Bewegtes Wasser findet sich in Form von Regenwasserbachlauf oder Sumpfgraben. Selbst Spielanlagen für Kinder findet man hier, etwa ein Wasser-Spielplatz oder Weidenbauten.

Zum Bewährten das Neue. Die zweite Buchhälfte ist geprägt von einem unkomplizierten, für manchen bestimmt provozierend wirkenden Umgang mit heimischen Wildpflanzen. Hier stellen die Autoren viele weitgehend unbekannte, in den vergangen Jahren entwickelte Bau- und Vegetationstechniken vor: die Anlage eines Blumen-Schotter-Rasen, die Ansaat einer Magerwiese im Kiesbett, Staudenpflanzungen mit sterilem Grünkompost, die Verwendung von Baumstecklinoren, um nur einige der zahlreichen Schritt-für-Schritt-Anleitungen dieses Buches zu nennen. Das Kapitel Vegetationsflächen vermittelt schließlich die standortgemäße Verwendung heimischer Stauden, Gräser, Farne, Zwiebeln, Sträucher und Bäume. Der Pflege naturnaher Elemente ist ein eigenes Kapitel gewidmet.


2003 Dipl.Ing. Hans-Peter Schmitz, Erftstadt   Homepage  Email