Xyladekor und Asbest sind heute allgemein als giftige und reizauslösende Schadstoffe
bekannt und berüchtigt. In den 70er- und 80er-Jahren waren diese Stoffe allerdings
ungemein beliebte Baustoffe, die regelmäßig eingesetzt wurden. Diese Gifte, aber
auch andere inzwischen auftretende Alterserscheinungen, sind ein dringender Grund,
Häuser aus dieser Zeit zu modernisieren.
Nach dem im Frühjahr erschienen Band "Einfamilienhäuser von 1900-1960 modernisieren"
beschäftigt sich Hans Weidinger nun mit den Problemen von Häusern zwischen 1960 und
1980. In einem einleitenden Text gibt er einen kurzen Überblick über die
häufigsten Schwachpunkte von Häusern aus dieser Zeit, Beispielweise treten
oft Wasserschäden an Stahlbetonfundamenten auf oder unsauber verlegte Bitumenschichten
auf Flachdächern werden durchlässig. Ein großer Nachbesserungsbedarf
besteht allgemein bei der Wärmedämmung. Schon die grundlegende Erneuerung
einer Außenwanddämmung nach modernen Techniken kann bis zu 25% einer
möglichen Energieeinsparung ausmachen. Aber auch vermeintliche Kleinigkeiten wie eine
Erhöhung der Steckdosenanzahl oder die Edelstahlauskleidung von Schornsteinen
bezieht Hans Weidinger in seine Planungen mit ein.
Anhand von 24 Beispielen erläutert Hans Weidinger sowohl kleinere Umbauten und
Aufstockungen als auch umfangreiche Erweiterungen. Das Spektrum der gezeigten Projekte
reicht vom klassischen eingeschossigen Bungalow bis hin zur herrschaftlich postmodernen
Villa. Gezielt werden ökologische und energetische Probleme angesprochen und
konstruktive, bauphysikalische Lösungen gezeigt. Alle Modernisierungsbeispiele
machen den Einfallsreichtum der Architekten deutlich und zeigen den Respekt vor dem zu
erhaltenden Bestand. Eine wertvolle Arbeitsgrundlage für Architekten und eine
Inspiration für Bauherren.