Tiddy Rowan

Wohnen mit Kunst

Führ auch freie Kunst in dein Heim
Callwey Verlag, 2007, 192 S. mit 219 Farbfotos, Format 22 x 27 cm
ISBN 3-7667-1695-6


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Mehr als 100 Jahre ist es her. dass Ferdinand Avenarius in der im Callwey Verlag erscheinenden Zeitschrift Der Kunstwart seine "Zehn Gebote zur Wohnungs­einrichtung" veröffentlichte. Sie lauten:

1. Richte dich zweckmäßig ein!
2. Zeige dich in deiner Wohnung, wie du bist!
3. Richte dich getrost nach deinen Geldmitteln ein!
4. Vermeide alle Imitationen!
5. Gib deiner Wohnung Leben!
6. Du sollst nicht pimpeln!
7. Fürchte dich nicht vor der Form!
8. Fürchte dich nicht vor der Farbe!
9. Strebe nach Ruhe!
10. Führe auch freie Kunst in dein Heim!

Überraschend aktuell klingt dieser Dekalog im Jahr 2007. Sieht man einmal von der altmodischen Formulierung "pimpeln" ab, entspricht er im Wesentlichen dem Tenor aktueller Publikationen. Den Kunstwart, seinerzeit eine Instanz in Sachen Kultur und Zeitgeist, gibt es längst nicht mehr. Doch Callwey gehört auch heute zu den führenden Verlagen im Bereich Wohnen/Einrichten.

Mit "Wohnen mit Kunst" ist jetzt ein Buch erschienen, das sich einem bis heute schwierigen Thema widmet. Denn in der modernen Kunst hat die Debatte, ob ein Kunstwerk sich zum Verschönern des Wohnraums eignen sollte, mittlerweile Tradition. Nichtsdestotrotz gehören ausgewählte Bilder an den Wänden und dekorative Sammlerstücke noch immer zu einem gelungenen Interieur, floriert der private Kunstmarkt wie selten zuvor. Internetauktionen, Kunstmessen, Lumas-Galerien - nie gab es mehr Möglichkeiten, Kunst zu erwerben. Doch wie erkennt man gute Kunst in der Fülle des Angebots? Wie findet man das passende Kunstwerk zum eigenen Wohnstil ? Selbst Leute, die um ihre Einrichtung sehr bemÜht sind, tun sich mitunter schwer, wenn es darum geht, Wände gelungen in Szene zu setzen.

Tiddy Rowans Buch schafft Abhilfe. Der erste Teil vermittelt Hintergrundwissen. Will man mit Kunst wohnen, so muss man zunächst einmal lernen, Bilder mit anderen Augen zu sehen, eine eigene Sichtweise zu entwickeln. Denn dem eigenen Geschmack vertrauen zu können ist eine gute Basis für den Erwerb von Kunst, ist er doch genauso individuell wie das Kunstwerk selbst.


2007 Dipl.Ing. Hans-Peter Schmitz, Erftstadt   Homepage  Email