Motivation zum Wärmeschutz |
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Abgesehen von Umwelt und Finanzen spricht einiges mehr für guten Wärmeschutz. Eine Verbesserung des Wärmeschutzes bringt immer auch eine Verbesserung des Wohnklimas mit sich. Am Beispiel des Dachgeschosses wird es deutlich: Das übliche Dachgeschoss ist im Winter sehr kalt und im Sommer zu warm. Während man der Winterkälte noch relativ einfach mit Heizen begegnen kann, sieht es im Sommer ohne Klimaanlage schwieriger aus. Hier kann guter Warmeschutz erhebliche Besserung bringen. Sommerliche Temperaturspitzen im Dachgeschoss von weit über 30° Celsius lassen sich mit gutem Wärmeeschutz deutlich unter 27° absenken. Am effektivsten ist eine Kombination aus Wärmedämmung und Wärmespeicherung (schwere Bauteile). Eine physiologische Tatsache ist auch im Winter sehr bedeutsam: Die Temperatur der Innenoberflächen der Bauteile, die uns umgeben, ist für das Behaglichkeitsempfinden genauso wichtig, wenn nicht wichtiger als die Temperatur der Raumluft. Wenn die Außenbauteile auf der Raumseite wesentlich kälter sind als die Raumluft - und das ist bei schlechtem Wärmeschutz der Fall, dann verliert der menschliche Körper zuviel Wärme durch Strahlung. Wir frieren dann u.U. trotz einer Lufttemperatur von 20° Celsius. Zum guten Wärmeschutz gehört auch die luftdichte Ausführung der Außenbauteile, also das Schließen sämtlicher luftaustauschender Fugen, Ritzen, Löcher. Damit werden neben ungewollten winterlichen Wärmeverlusten (bzw. Wärmegewinnen im Sommer) auch Zuglufterscheinungen vermindert. Greifen wir kurz drei wesentliche Vorurteile auf, die in Sachen Wärmeschutz bisweilen ins Feld geführt werden. Vorurteil Nr. 1: Man kann sich mit zuviel Wärmedämmung auch "kaputtdämmen" Das stimmt so nicht. Wichtig ist aber, dass mit zunehmendem Wärmeschutz die Qualität der Ausführung immer wichtiger wird. Man kann sich allenfalls "kaputtdämmen", indem man falsch dämmt. Vorurteil Nr. 2: Zu dicht ist nicht gut, weil das Gebäude atmen muss Das stimmt noch weniger. Natürlich brauchen wir Menschen Frischluft zum Atmen. Aber die brauchen wir in Form von kontrollierter Lüftung, z.B. indem wir gezielt regelmäßig (mehrmals täglich) kurz durchlüften. Die Lüftung der luft- durchlässigen Außenhaut des Gebäudes zu überlassen, wäre so, als wenn man die Dusche permanent laufen läßt, um einmal täglich zu duschen. Noch besser ist der Einsatz mechanischer Lüftungsanlagen: Diese gewährleisten ausreichend Frischluft bei minimierten Wärmeverlusten. Vorurteil Nr 3: Zu dicht ist nicht gut, weil die Luft im Winter sonst zu trocken wird. Das Gegenteil ist der Fall. Trockene Heizungsluft im Winter entsteht gerade durch zu hohen Luftaustausch. Insofern bringt auch das winterliche Lüften zwecks Feuchtezufuhr überhaupt nichts - nur im ersten Augenblick, wenn die Luft noch kalt ist, wirkt sie feuchter als die Raumluft. Grund: Kalte Luft kann weniger Feuchtigkeit (Wasserdampf) tragen als warme Luft. Die kalte Frischluft ist also nur relativ feucht, solange sie kalt ist - beim Erwärmen sinkt die relative Luftleuchte ab, in der Regel noch unter den Wert, der vor dem Lüften bestand. Feuchteschutz Unzählige Altbauten, teilweise auch Neubauten, weisen Mängel in Form von Schimmel und Stockflecken auf. Diese Erscheinungen sind in der Mehrzahl eine Folge schlechten Wärmeschutzes: Schlecht gedämmte Außenbauteile kühlen im Winter auf der Innenseite so stark ab, dass die Feuchtigkeit der Raumluft daran kondensiert. Hält die dadurch verursachte Durchfeuchtung länger an, kommt es zur Schimmelbildung. Es ist also nicht immer mangelnde Lüftung schuld, und noch weniger handelt sich um Feuchtigkeit von außen. Schallschutz Die Belastung durch Außenlärm (Verkehrs-, Flug-, Baulärm) lässt sich mit einigen Formen des Wärmeschutzes drastisch reduzieren. Der Schall nimmt überwiegend den gleichen Weg wie die Wärme und lässt sich auch durch ähnliche Maßnahmen bremsen wie die Wärme. Dies gilt jedoch nicht für jede Wärmedämmung. Es gibt Dämmstoffe, welche den Schallschutz nicht verbessern oder im schlimmsten Falle gar verschlechtern. Insbesondere Hartschaum (Kunststoffschaum, z.B. Polystyrol oder Polyurethan) können in Sachen Schallübertragung kritisch sein. Weichfedernde Dämmstoffe (z.B. Mineralfaser) schneiden in Sachen Schallschutz immer gut ab. Wenn an Ihrem Objekt ein hoher Außenlärmpegel vorliegt, sollten Sie sich in Sachen Schallschutz professionell beraten lassen. Brandschutz Wärmeschutz kann gleichzeitig Brandschutz sein. Die unterschiedlichen Dämmstoffe haben allerdings sehr unterschiedliche brandschutztechnische Eigenschaften, und zwar nicht nur hinsichtlich der Brennbarkeit. Es lohnt sich, den Brandschutz bei der Planung einer Warmeschutzmaßnahme im Auge zu behalten. Wir wollen nicht davon ausgehen, dass es bei Ihnen brennt - aber wir wollen davon ausgehen, dass Sie überleben, falls es bei Ihnen einmal brennen sollte. Generell sind mineralische Dämmstoffe wegen ihrer Nichtbrennbarkeit in Sachen Brandschutz im Vorteil gegenüber brennbaren Dämmstoffen. Dies alleine reicht aber zur Beurteilune des Brandschutzes nicht aus, so dass Sie in Sachen Brandschutz ausgewiesene Fachleute in Anspruch nehmen sollten. |