Baukosten senken - auf die Strategie kommt es an !

Zweite Grundstrategie - Einfacher Bauen

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Maßnahmenbeschreibung Querinfos


Die zweite Grundstrategie zur Senkung der Baukosten ist die Vorgabe, möglichst Einfach zu Bauen. Wovon werden die Baukosten beeinflusst ?

BAUKOSTEN = MENGE (z.B. m2) X QUALITÄT (z.B. Euro/m2)

Bei der ersten Grundstrategie "Kleiner Bauen" wird der Mengenfaktor (Wohnfläche, Umbautes Volumen) dieser Rechnung angegangen. Letztlich handelt es sich das Reduzieren der verbrauchten Materialmengen.

Die zweite Strategie "Einfacher Bauen" setzt am anderen wirksamen Kostenfaktor an, der Qualität. Je nach betrachtetem Gewerk kann die Kostenspanne zwischen einfachster und teuerster Materialqualität 200, 400, ja im Extremfall bis zu 1000 % betragen.

Bei allen Überlegungen, die Sie später anstellen werden, ist eins zu beachten. Die zu treffenden Entscheidungen besitzen gravierende Unterschiede beim Grad der "Endgültigkeit".

1. So gibt es Komponenten, die Sie ohne Folgeaufwand leicht austauschen können oder nach einer gewissen Nutzungszeit ohnehin ersetzen müssen. Dies betrifft zum Beispiel Tapeten und Teppiche, aber auch Heizkessel, Sanitärarmaturen, Innentüren, Treppen-Stufen usw..

2. Werden gewisse Unannehmlichkeiten wie Lärm und Schmutz in Kauf genommen, können ohne größere Probleme eingebaute Sanitärobjekte, Fliesenbeläge, ja sogar nichttragende Innenwände oder die Dacheindeckung ausgewechselt bzw. entfernt werden.

3. Andere Komponenten hingegen sind nicht so ohne Weiteres austauschbar. Die meisten Bestandteile der statisch wirksamen Baukonstruktion (tragende Wände, Geschossdecken, Dachstuhl) gehören dazu, normalerweise auch in Wänden und Estrich verlegte Heizungs-, Wasser- und Abwasserleitungen. Diese Komponenten kann man in Teilen natürlich auch ersetzen, hier hat man es dann aber mit einem ganz erheblichen Folgeaufwand zu tun.

Was bedeutet das für Ihre zu treffenden "Qualitäts-Entscheidungen" ?

Wählen Sie heute eine preiswerte Innentürausführung oder ein einfaches Sanitärobjekt, werden damit keine unwiederruflichen Tatsachen geschaffen. In 10 oder 15 Jahren, vielleicht auch schon früher, kann die bis dahin eventuell "abgewohnte" oder verschlissene Erstausstattung ersetzt werden. Im Moment können also Kosten gespart werden. Später - wenn Ihre finanzielle Situation sich wieder entspannt hat - können Sie, ohne überproportionalen Mehraufwand die teure Qualitätsausstattung einbauen. Diese Entscheidungen können für die Komponenten der beiden ersten Kategorien also von Fall zu Fall zugunsten einer günstigen Erstausstattung getroffen werden. Die Komponenten der dritten Kategorie hingegen können später nicht mehr durch höherwertige Komponenten ersetzt werden. Sie werden sehen, dass das Kriterium "Einfacher Bauen" hier nur untergeordnet mit der Qualität des Baustoffes zu tun hat.

Die Kosten des statischen Tragwerkes eines Massiv-Gebäudes werden nur zum kleineren Teil durch die Wahl der "Qualität" des Baustoffes bestimmt. Oft geht der statische Optimierungsgrad einer Konstruktion gravierender in die Kosten des Rohbaues ein.

Zum Beispiel die auf dem Markt befindlichen Wandbaustoffe Bims, Porenziegel, Gasbeton, Kalksandstein besitzen, wenn die Kosten des kompletten Wandaufbaus betrachtet werden (Material-, Verarbeitungs- und Energiekosten), ein mehr oder weniger vergleichbares Preisniveau. Die Material-Mehraufwendungen für einen modernen Mauerstein aus hochwärmedämmendem Material, mit geringen Maßtoleranzen werden oft durch Einsparungen bei den Lohnkosten für die Verarbeitung und durch den später geringeren Heizenergieverbrauch kompensiert.

Nur wenn die Baustoffe in Eigenleistung verarbeitet werden, dann wirken sich die Materialpreise durch den entfallenden Lohnkostenanteil deutlich aus. Auf der anderen Seite sind gerade die für die Verarbeitung durch Selbsthelfer besonders geeigneten Baustoffe (geringes Gewicht, kleine Maßtoleranzen) besonders teuer.

Wenn Sie also auch den Rohbau in Eigenleistung erstellen wollen - ein extrem ehrgeiziges Vorhaben - ist es wichtig, die Materialpreise eingehend zu vergleichen. Wird der Rohbau hingegen von einem Bauunternehmer hochgezogen, fallen die verschiedenen Materialpreise nicht so sehr ins Gewicht. Der Einfluß einer statischen Optimierung des Gebäudes hingegen ist, wie bereits erwähnt, von großem Einfluß und sollte genau betrachtet werden. Es gibt hier einige grundsätzliche Optimierungs-Ansätze :

Angepaßte Gebäudegründung
Wandaufbau der Außenwände
Statisch optimierte Deckenkonstruktion
Vermeiden von Gebäude-Anbauteilen

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