Statisch optimierte Geschoßdeckenausführung |
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| Maßnahmenbeschreibung | Querinfos |
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Die Geschossdecken sind ein großer Kostenblock innerhalb der Gesamtaufgliederung der Baukosten. Der Kostenunterschied zwischen statisch optimierten und ungünstig angelegten Geschossdecken kann bis zu 50 % und damit leicht 10000 Euro bei einem normalen Haus ausmachen. Die Kosten einer Geschoßdecke hängen entscheidend von den realisierten freien Spannweiten ab. Das gilt sowohl für massive Stahlbetondecken, für Systemdecken als auch für Holzkonstruktionen. Die Kosten der Stahlbetondecke werden in erster Linie durch die Menge des einzubringenden Bewehrungsstahls und die erforderliche Dicke der Geschossdecke bestimmt. Aufwendige Sturzkonstruktionen kommen als kostentreibender Faktor hinzu. Bei einer Systemdecke (z.B. Gasbetondielen) spielen auch die Transport- und Montagekosten (Kran) der langen und dicken Deckenelemente eine Rolle. Bei Holzdecken treiben besonders starke Profile, die ab einer bestimmten Dicke nur noch als Leimbinder verfügbar sind, die Kosten in die Höhe. Worauf ist zu achten ? Große Deckenspannweiten kann man vermeiden, indem man die tragenden Wände, die die Geschossdecke tragen müssen, geschickt platziert. Der Auflagerabstand in Decken-Spannrichtung sollte kürzestmöglich gewählt werden. Bei einem großen Wohnraum von z.B. 6 x 4 m sollte die Decke unbedingt über die 4 m Distanz gespannt werden. Ein 6 x 4 m großer Raum bietet hier natürlich mehr Optimierungspotenzial als ein Raum mit 5 x 5 m Grundfläche. Wenn große Spannweiten aus irgendwelchen Gründen nicht zu vermeiden sind, sollte zumindest ein statisch wirksamer Pfeiler oder ein auf Mauervorsprüngen angeordneter Unterzug die Entfernung zwischen den Auflagerpunkten verkleinern. Die als Deckenauflager vorgesehene Wand sollte nicht gerade große Fensterflächen besitzen. Dies erfordert wiederum aufwendige Sturzkonstruktionen, um das Gewicht der Decke oberhalb der Fenster aufnehmen und über die Fensterlänge hinweg in das tragende Mauerwerk übertragen zu können. Optimierungsbeispiel durch alternative Raumanordnung Bei der Erstellung des Raumprogramm ergibt sich meistens, dass große Wohnräume (Wohnen, Essen, Küche) - vielfach offen realisiert - gewünscht werden. Eine Reihe weiterer Räume sind der individuellen Privatsphäre vorbehalten (Schlafen, Bad, Kinder) und werden deutlich kleiner angelegt. Weiter ist es allgemein üblich, dass die großen Räume im Erdgeschoss und die kleinen Räume im Ober-/Dachgeschoss angeordnet sind. Im Sinne einer statischen Optimierung wäre beim typischen Steildach-Haus genau der umgekehrte Planungsansatz vorteilhaft. Bei diesem Haustyp findet man in den meisten Fällen eine Stahlbetongeschossdecke oberhalb des Erdgeschosses. Ordnet man die kleinen Räume entgegen der üblichen Vorgehensweise nun im Erdgeschoss an, ist das die beste Voraussetzung für eine statisch optimierte Geschossdecke mit Spannweiten von vielleicht max. 4 m, mit vielen stützenden Tragwänden. Ein ausbaufähiges Dachgeschoss hingegen lässt sich ohne allzu großen Mehraufwand so konzipieren, dass keinerlei Zwischenabstützungen durch tragende Wände nötig sind (z.B. Kehlbalkendach). Die jetzt im völlig stützenfreien Dachgeschoss verfügbare Wohnfläche ist also optimal geeignet, große Wohnräume aufzunehmen. Dank moderner Fenstersysteme können in einem Dachgeschoss sehr geräumige und gleichzeitig gemütliche Wohnräume angelegt werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass Schlafräume im Erdgeschoss in der Sommerzeit bedeutend angenehmer temperiert sind als Schlafräume im ausgebauten Dachgeschoss. Denkt man daran, dass die spezifischen Kosten von Räumen im Dachgeschoss niedriger liegen, kann man über diesen Planungsansatz mit etwas Geschick zu einem deutlich günstigeren Gesamtobjekt kommen. |