Lohnt sich bauen überhaupt noch ? |
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Seit einigen Jahren wird zu den unterschiedlichsten Gelegenheiten immer wieder die Frage diskutiert : Lohnt es sich heute noch zu bauen ? In den Jahren 1998 und 1999 schien eine skeptische Grundhaltung gegenüber dem Erwerb von Wohneigentum durchaus angebracht zu sein. Der Bau-Boom der ersten Hälfte der neunziger Jahre war nahezu verpufft, die Wohnungs-Leerstände stiegen dramatisch an, die Mieten und die Immobilienpreise sanken deutlich. Auf der anderen Seite investierten - ausgelöst durch den Börsengang der Telekom - die privaten Anleger in einer kaum erwarteten Breite in Wertpapiere. Die Kurse der Fonds, Aktien und insbesondere der Technologiewerte des neuen Marktes stiegen in unglaubliche Höhen. Die Aktienanlagen der Investoren vervielfachten ihren Wert innerhalb eines Jahres nicht selten um das 5- oder 10-fache. Die Hausse von Dax, Neuem Markt, Dow Jones und Nasdaq schien nicht enden zu wollen. Immer neue, immer höhere Kursziele wurden propagiert. Der Aktienmarkt entwickelte einen gewaltigen Kapitalsog, der auch noch die letzten Investitionen aus dem dahin dümpelnden Baumarkt abzog. Mit dem Beginn des neuen Jahrtausends, kochte der überhitzte Aktienmarkt fast über. Nicht mehr die Qualität (Profitabilität) eines börsennotierten Unternehmens war entscheidend - dabei zu sein war alles. Alles wurde gekauft. Wer aus Ueberzeugung sein Geld dagegen lieber für Steine und Beton ausgab, statt es in explodierende Aktienwerte zu investieren, galt in der öffentlichen Meinung als unverbesserlicher, dummer Tropf. Im Frühjahr 2000 kam die Wende. Die Wende kam nicht als grosser Knall, sondern - dank der vielen nichtprofessionellen Kleinanleger, die sich weigerten, ihre Verluste zu realisieren - als stetiger aber zügiger Abstieg. Innerhalb von 6 Monaten verloren viele vormals hoch gelobte Technologiewerte 80, 90, ja bis zu 95 % ihres Wertes. Viele Milliarden Anlagegelder verschwanden ins Nirwana. So mancher frischgebackene Aktien-Millionär befand sich schon einige Wochen später am Boden, mit Aktienpaketen, die keiner mehr haben wollte. Bis heute warten viele der geplagten Anleger darauf, dass sich die Kurse ihrer Aktien wieder erholen. Wohl keiner glaubt jedoch daran, dass sich das Szenario von 1999 noch einmal wiederholen könnte. Die "Dummköpfe", die auch in den Jahren 1998/99 ihr Geld in Wohneigentum eingesetzt haben, stehen sich nun besser. Sie konnten zwar keine gewaltigen Gewinnmargen einstreichen. Die getätigten Investitionen besitzen aber immer noch Ihren Wert, und zwar : mit glänzenden Aussichten für die Zukunft. Hierfür sprechen folgende Aspekte : Thema Altersvorsorge Zuletzt haben Untersuchungen gezeigt, dass sich der monatliche Mietwert von Wohneigentum in den alten Bundesländern auf durchschnittlich 600 Euro beläuft, in den neuen Bunderländern auf immerhin noch 430 Euro. Die durchschnittliche monatliche Rente wird durch vorhandenes Wohneigentum also schon heute zwischen 30 und 40 % aufgestockt. Die in jüngster Zeit wieder anziehenden Mietpreise lassen erwarten, dass dieser "Zusatzbonus" aus vorhandenem Eigenheim oder Eigentumswohnung bei zukünftig sinkenden Leistungen aus den öffentlichen Rentenkassen eher noch steigen wird. Thema Vermögensaufbau Mit diesen Ausführungen will ich keineswegs die Geldanlage in Aktien, Fonds oder sonstige Wertpapiere verteufeln. Die Erfahrung der letzten Jahre hat meines Erachtens aber gezeigt : Ein finanzielles Engagement in Aktien ist nun einmal ein Investment in ein gewerbliches Unternehmen. So wie der Wert und die Gewinnaussichten von Unternehmen unterschiedlich ist, so verhält es sich genauso mit den Aktien dieser Unternehmen. Es gibt solide geführte, kurz- und langfristig profitable Unternehmen. Hier handelt es sich zumeist um Unternehmen der sogenannten Old-Economy. Dann gibt es Unternehmen, deren Geschäftskonzept auf einem innovativen Produkt, einer bahnbrechenden Dienstleistung, einer neuen Idee beruhen. Hier muss man dem Management eine gewisse Zeit zugestehen, bis die Profitabilität erreicht wird. Diese darf aber nicht aus dem Auge verloren werden. In diesem Segment - z.B. im neuen Markt - gibt es Perlen, die es zu finden gilt. Daneben gibt es aber auch Unternehmen, die schlecht wirtschaften, einer wenig erfolgträchtigen Idee nachlaufen oder sich in einem überlaufenen Markt tummeln. Hier ist eine Geldanlage enorm risikoreich, da der langfristige Erfolg des Unternehmens eher kritisch zu betrachten ist. Wem es gelingt, Aktien der erfolgversprechenden Unternehmungen zu kaufen, macht gewiss keinen Fehler. Er sollte aber seinen Vermögensaufbau nicht alleine auf solche Investments abstützen. Der Dividende, als Kriterium für eine solide Aktie, sollte wieder Vorrang vor dem Kursgewinn eingeräumt werden. Immobilien verleihen einem privaten Vermögen stabilisierende Elemente. Ein Totalausfall ist nahezu ausgeschlossen und die tägliche Kostensituation wird nach einiger Zeit spürbar entlastet. Die Erfahrung zeigt: Je früher z.B. eine junge Familie in Wohneigentum investiert, desto besser stellt sich nach ein oder zwei Jahrzehnten die finanzielle Gesamtsituation dar. Der vorher schon erläuterte Aspekt der Altersvorsorge fügt sich natürlich nahtlos in diese Strategie ein. Thema Zeitnaher Nutzeffekt Nicht zu vergessen ist, dass eine Investition in eine Wohnimmobilie einen sofort wirksamen Nutzeffekt hat. Die Zinsen einer Kapitalanlage könnte man natürlich auch sofort verbrauchen. Hiermit würde aber der Vermögenszuwachs deutlich verlangsamt. Die Annehmlichkeiten eines eigenen Hauses oder einer Eigentumswohnung kann ich hingegen von Beginn an nutzen, ohne einen merklichen Angriff des Vermögens. Wohneigentum ist, so zeigen die Erhebungen, grösser ausgelegt und komfortabler ausgestattet als die Mietimmobilie. Selbst die aufzubringenden Leistungen für Instandhaltung und Reparaturen schmälern diesen Effekt nicht wirklich gravierend. Wohneigentum schaffen ist eine grundsolide Anlage, gibt Beständigkeit heute und in der Zukunft und - wenn man es richtig anpackt - bauen macht Spass. Wie man es richtig und erfolgreich anpackt, kann man lernen. |