Verlagsgesellschaft Rudolf Müller, 1999, vollständig neue Auflage,
404 S. mit zahlreichen Zeichnungen und Fotos, Format 23 x 29,7 cm
ISBN 3-481-01507-0
Das Material Stahl hat seit Beginn des 19. Jahrhunderts die gesamte Entwicklung
der Architektur grundlegend verändert. Technisch gesehen sind im Bausektor durch
den Stahl keine Grenzen mehr gesetzt: alles ist baubar. Für die architektonische
Gestaltung ergibt sich jedoch das Problem, daß Architekten im Vertrauen auf die
grenzenlosen Möglichkeiten von Stahl entwerfen, ohne zu konstruieren und die
Umsetzung dem Statiker überlassen. Ergebnis sind immer nur teiloptimierte
Lösungen, die nie den Status von Baukunst erreichen. Die Autoren der Neufassung
des "Stahlbau Atlas" machen daher die Einheit von Entwurf und Konstruktion zum
Thema und formulieren deutlich die Konventionen, die sich für das Konstruieren
aus dem Material, seiner Verarbeitung, Herstellung und Montage ergeben.
Der Atlas besteht aus sechs Teilen: Der erste Teil zeigt die historische
Entwicklung des Stahlbaus - parallel zu den folgenden Grundlagenteilen -
nach konstruktiven Prinzipien in einzelnen Entwicklungslinien auf. Die
folgenden Teile des Buches "Der Baustoff Stahl", "Baukonstruktive Grundlagen",
"Das Formen und Fügen von Halbzeugen zu elementaren Bauteilen" und "Das
Entwickeln von Tragwerken durch Fügen von elementaren Bauteilen" verknüpfen
die Grundlagen des Konstruierens in Stahl mit Vorgriffen aus dem anschließenden
Beispielsteil. Dabei orientiert sich die Darstellung an einer völlig neu
strukturierten Stahlkonstruktionslehre. Die Autoren führen Begriffe ein, die
bereits seit langem in anderen Bereichen der stahlverarbeitenden Industrie üblich
sind. Der letzte Teil des Buches dokumentiert durch Fotos und Detailzeichnungen
54 neue, beispielhaft ausgeführte Projekte, die das gesamte Spektrum der
Stahlbauten von einfachen Hallen und Geschoßbauten bis hin zu komplexen
Konstruktionen und Hochhäusern abdeckt.
Der "Stahlbau Atlas" erhebt den Anspruch, ein umfassendes Informations- und
Nachschlagewerk für den Stahlhochbau zu sein, das dem praktizierenden Architekten
und Ingenieur sowie dem Lehrenden und Studierenden wichtige Informationen für
die Arbeit des Konstruierens und Entwerfens bietet.