Baukosten senken - auf die Strategie kommt es an !

Kostengünstig bauen - Konzeptphase

Querinfos mit Zurück-Button Ihres Browsers verlassen

Maßnahmenbeschreibung
Beginnen wollen wir mit der Konzeptphase, also dem Zeitraum von den ersten Überlegungen bis zur Ausarbeitung des Genehmigungsantrages.

Der prägende Einfluss der Konzeptphase hängt natürlich von der Art des Bauvorhabens ab. Sucht der Bauherr passend zum vorhandenen Grundstück ein Fertighaus oder ein Bauträgerhaus aus dem Katalog aus, ist die Konzeptphase wenig ausgeprägt. Entsteht das Objekt als langgehegter Wunsch aus einer jahrelangen Beschäftigung mit dem Thema "Hausbau", sieht es schon anders aus. Erste vage Vorstellungen vermischen sich mit Eindrücken, die an bestehenden Objekten (Ausstellungen, Bekannte) gewonnen werden. Ein stetiger Prozess der Prüfung, Sortierung und Präzisierung von Wünschen, Vorstellungen, Anforderungen und Möglichkeiten lassen das neue Haus sozusagen in den Gedanken reifen. Dies setzt sich fort, bis der folgenschwere Entschluss gefasst wird, die Überlegungen endlich in die Realität umzusetzen.

Auch in dieser Konzeptphase kann man die eigenen Gedanken bereits dem Ziel "kostengünstig zu bauen" unterordnen. Gerade in dieser ganz frühen Phase bestehen noch beste Aussichten, ein ehrgeizig formuliertes Kostenziel auch umsetzen zu können. Je weiter das Projekt fortschreitet, umso stärker nehmen diese Möglichkeiten ab.

Die Baukosten eines Eigenheims setzen sich aus drei grossen Kostenblöcken zusammen - die Grundstückskosten, die Herstellungskosten des Gebäudes und die Finanzierungskosten. Die sogenannten Nebenkosten (Planungskosten, Grunstücksnebenkosten, Anschlusskosten) hängen wiederum primär von diesen Kostenblöcken ab und sind - für sich allein betrachtet - nur in gringem Mass zu beeinflussen.

Um niedrige Baukosten zu realisieren, muss unser Grundansatz also lauten :

- Anschaffung eines kostengünstigen Grundstückes

- Erstellung eines kostengünstigen Gebäudes

- Beschaffung einer kostengünstigen Baufinanzierung

Dieser Grundansatz führt zu einer ganzen Reihe von Ueberlegungen, die der Bauherr - am besten zusammen mit einem Architekten - anstellen muss. Da es nur selten Fragestellungen gibt, die zu klaren JA / NEIN Alternativen führen und die möglichen Antworten fast immer durch die individüll vorgefundenen Verhältnisse gravierend beeinflusst werden, sind diese Ueberlegungen keinesfalls trivial.

Im Folgenden möchten wir Ihnen einige grundsätzliche Denkanstösse geben :

Anschaffung eines kostengünstigen Grundstückes

Was ist ein kostengünstiges Baugrundstück ? Nicht nur der zu zahlende Kaufpreis entscheidet. Wichtige Kriterien für die Bewertung eines Grundstückes sind :

  • Ist der Kaufpreis wirtschaftlich ?
  • Ist das Grundstück günstig zum Arbeitsplatz gelegen ?
  • Ist das Grundstück verkehrsgünstig gelegen ?
  • Ist die gewünschte Versorgung sichergestellt ?
  • Ist das Grundstück gut nutzbar ?
  • Sind die Bauvorstellungen überhaupt realisierbar ?
  • Besitzt das Grundstück eine gesuchte Lage ?
  • Wie sieht es mit der Wiederverkäuflichkeit eines Objektes aus ?
  • Wie hoch liegen die noch zu zahlenden Erschliessungskosten ?
  • Welche Entwicklungen sind in der näheren Umgebung zu erwarten ?
  • Liegen preismindernde Einschränkungen auf dem Grundstück ?
  • Besitzt das Grundstück preismindernde Eigenschaften ?
  • Liegen Altlasten auf dem Grundstück ?
  • Welche Ausrichtung des Gebäudes wird angestrebt ?
  • Wie sieht mein optimiertes Standortprofil aus ?
  • Welche Mittel stehen für das Grundstück bereit ?
  • Welcher Aktionsradius ist vertretbar ?
  • Habe ich eine effektive Vor-Ort-Recherche durchgeführt ?

    Erstellung eines kostengünstigen Gebäudes

    Was ist ein kostengünstiges Gebäude ? Auch hier sind nicht allein nur die zu zahlenden Baukosten entscheidend. Zu betrachten ist immer die Gesamtsumme der Kosten aus Herstellung bzw. Anschaffung und die spätere Bewirtschaftung. Ein teurer Wandbaustoff kann sich später aufgrund von Energiekosteneinsparungen durchaus bezahlt machen. Eine ganze Anzahl von Entscheidungen, die in der Konzeptphase anstehen, beeinflussen die Kosten des Objekts massgeblich.

  • Wieviel Platz in welchen Räumen wird wirklich benötigt ?
  • Wie sieht das optimale Raumprogramm aus ?
  • Wie sieht die optimale funktionelle Raumzuordnung aus ?
  • Welche Besonnungsprioritäten wünsche ich für das Haus ?
  • Lassen sich Verkehrsflächen verkleinern ?
  • Lassen sich Verkehrsflächen integrieren ?
  • Benötige ich einen Keller ?
  • Welches Ergebnis ergibt die Keller-Alternativanalyse ?
  • Lässt sich der Baukörper vereinfachen ?
  • Lassen sich Deckenspannweiten verkleinern ?
  • Lassen sich Deckenspannrichtungen optimieren ?
  • Welche Nutzung des Dachraumes ist geplant ?
  • Welche Dachkonstruktion ist kostenoptimal ?
  • Welches System Isolierung/Dachdeckung ist kostenoptimal ?
  • Ein- oder mehrschaliger Wandaufbau ?
  • Lassen sich die tragenden Wände verschlanken ?
  • Steht ein besonders günstiger Brennstoff zur Verfügung ?
  • Sind die Voraussetzungen für eine Solaranlage gegeben ?
  • Welches Warmwasserkonzept ist kostenoptimal ?
  • Welches Warmwasser-Verteilsystem ist kostenoptimal ?
  • Werden Warmwasser-Speicher benötigt ?
  • Kann eine Regenwassernutzung integriert werden ?
  • Welches Heizflächensystem wird geplant ?
  • Passen die Bodenbeläge zum geplanten Heizungssystem ?
  • Wie werden die Heizverteilleitungen eingebaut ?
  • Heizleitungen gelötet oder als Pressfittings ?
  • Welches Aussenfenstersystem ist kostenoptimal ?
  • Wie sind die schalltechnischen Anforderungen ?
  • Maschinen-Innenputz oder Trockenbau ?
  • Lässt sich das Selbsthilfekonzept optimieren ?
  • Selbsthile-Zeitanalyse ?
  • Welche Gewerke sollte ich in Selbsthilfe erbringen ?

    Beschaffung einer kostengünstigen Baufinanzierung

    Die kostengünstigste Baufinanzierung ist die, die über die ganze Laufzeit des Darlehens betrachtet, die geringste Gesamtleistung des Bauherren erfordert. Nur die wenigsten sind in der Lage eine Immobilie ohne Fremdkredit zu erwerben. Alle anderen müssen darauf achten, dass die eingesetzten Finanzmittel effektiv günstig sind. Hier stehen über eine Gesamtlaufzeit der Finanzierung von 25-30 Jahren betrachtet, leicht 40.000 - 50.000 Euro auf dem Spiel.

  • Mit oder ohne Disagio ?
  • Kurze oder lange Laufzeit ?
  • Vergleichsangebote eingeholt ?
  • Schlussverhandlung mit der Hausbank geführt ?
  • Optimales Tilgungskonzept ?
  • Zwischentilgungen möglich ?
  • Optimale Stückelung der Grundschuld ?
  • Bausparvertrag einbauen - ja oder nein ?
  • Finanzierungsoptimierung bei Vermietung ?
  • Steuerliche Optimierung ?
  • Alle Fördermöglichkeiten genutzt ?

  • 2003 Dipl.Ing. Hans-Peter Schmitz, Erftstadt   Homepage  Email