Laufender Plan/Ist-Vergleich der Kosten |
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| Ratgebertext | Querinfos |
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Der entscheidende Vorgang der Baukostenkontrolle ist der ständige Vergleich der
geplanten Kosten (PLAN-Kosten) mit den im Zuge der Durchführung anstehenden
tatsächlichen Kosten (IST-Kosten). Die Plankosten des Projektes wurden zu einem
bestimmten Zeitpunkt festgeschrieben und sollten nicht ohne zwingenden Grund bzw.
ohne Not geändert werden (Änderungen der
Planung unbedingt vermeiden !).
Die Istkosten im Sinne unserer Kostenkontrolle können sein: - bereits getätigte Zahlungen an einen Unternehmer oder einen Lieferanten - feststehender Preis eines vergebenen Festpreisauftrages - Wert eines detailliert aufgeschlüsselten Angebotes mit einer ausreichenden Bindefrist des günstigsten Anbieters Wie Sie sehen, sind nicht nur die bereits getätigten Zahlungen Istkosten sondern auch die fest absehbaren Kosten eines Auftrages oder eines Angebotsvergleiches. Nur unter dieser Randbedingung ist es möglich, sehr frühzeitig zu kontrollieren, ob die Vergabe des anstehenden Auftrages in das Plankostengefüge paßt oder nicht. Folgende Vergleichsergebnisse können auftreten: A) IST-Kosten und PLAN-Kosten sind gleich hoch Wenn dieser Fall eintritt, können Sie sich nur beglückwünschen. Die Kostenschätzung stimmt exakt mit den entstandenen Kosten überein. Die Ausführung dieser Teilarbeit hat keinen verändernden Einfluß auf die Gesamtkosten gehabt; das Bauprojekt wird weder teurer noch billiger. Diesen Idealfall der absoluten Übereinstimmung von PLAN-Kosten und IST-Kosten wird der Bauherr nur in seltenen Fällen registrieren; vielleicht bei Festpreisvergabe eines Komplettgewerkes. Von einer mit realistischem Aufwand erstellten Kostenplanung ist dies auch nicht zu erwarten. B) IST-Kosten sind niedriger als PLAN-Kosten Auch in diesem Fall hat der Bauherr eher Grund zur Freude! Die tatsächlich angefallenen Kosten haben die Höhe der Kostenschätzung nicht erreicht. Das Gesamtprojekt wird um den Differenzbetrag billiger. Die bei diesem Einzelgewerk eingesparten Kosten können als vorläufige Einsparung an den Gesamtkosten betrachtet werden. Aber Vorsicht ! Oft ist es so, daß einzelne Teilarbeiten bei der Vergabe und Ausführung des Auftrages nicht berücksichtigt wurden. Es könnte z.B. sein, daß bestimmte Leistungen erst in einem späteren Schritt auszuführen sind und entsprechend spät in Rechnung gestellt werden. Dies wäre z.B. bei nachträglich verputzten Fensterleibungen oder bestimmten Fertiginstallationen denkbar. Die eingesparte Differenz sollte erst dann anderweitig eingesetzt werden, wenn sicher gesagt werden kann, daß alle zum Gewerk gehörenden Kosten tatsächlich angefallen sind und das komplette Gewerk erledigt ist. C) IST-Kosten sind höher als PLAN-Kosten Jetzt ist erhöhte Aufmerksamkeit des Bauherren erforderlich. Hier droht eine Verteuerung der Gesamt-Baukosten. Der errechnete Mehrbetrag wurde für ein Teilgewerk effektiv mehr ausgegeben als im Kostenplan angesetzt war. Diese Verteuerung eines Einzelgewerkes ist immer ein Alarmzeichen, ist es doch erklärtes Ziel von BIG, dies zu verhindern. Die Überschreitung kann zweierlei Ursache haben: 1. Die Mehrkosten wurden gegenüber den PLAN-Zahlen bewußt in Kauf genommen, um eine zu niedrige Kostenschätzung auf einen neuen realistischen Wert anzuheben oder um einen mittlerweile aufgetretenen Zusatzwunsch zu erfüllen. 2. Die Mehrkosten traten unbeabsichtigt auf. Dies kann z.B. dann der Fall sein, wenn ein Auftrag nicht zum Festpreis vergeben wird und die Preise während der Abwicklungsphase ansteigen. Um die Gefahr von Kostenüberschreitungen zu mindern sollten Sie folgendes immer versuchen : - Festpreisaufträge vergeben - Feste Einzelpreise verbriefen (Abrechnung nach Aufmaß) - Vollständige Architekten-Ausschreibungen zugrundelegen - Keine nichtverbrieften Zusatzleistungen ausführen lassen - VOB Teil A-C für den Auftrag vorschreiben - keine Regiearbeiten (Lohnstundenaufwand) ausführen lassen Nochmal: So frühzeitig wie möglich sollte der ständige Vergleich zwischen den Plankosten im Detailkostenplan und den sich anbahnenden bzw. entstandenen Istkosten beginnen. Nur so bleibt die Chance, mit gezielten Gegenmaßnahmen zum Erfolg zu kommen. |