Ratgeger - Tips zu allen Baugewerken

Hauslüftung - Allgemein



Eigenleistungspotenzial: Gering bis mittel
Kosteneinfluß: mittel
Projektphase: mittel


Ratgebertext

Saubere Luft zum Atmen fördert die Gesundheit und steigert das Wohlbefinden des Menschen.

Die Meisten halten sich ca. 90% ihres Lebens in Innenräumen auf. Allergische Erkrankungen haben in den vergangenen Jahren immer stärker zugenommen. Die Gebäude werden zunehmend luftdichter und der Anteil der Lüftungswärmeverluste an den Gesamtwärmeverlusten wird immer größer. Dies rückt die mechanische Wohnungslüftung zunehmend in den Blickpunkt des Interesses. stärker in den Blickpunkt von Hausbesitzern, Bauherren, Hausverkäufern, Haustechnikern und Architekten.

Die Luftbelastungen in den Innenräumen entstehen durch

  • menschliche Stoffwechselprodukte (CO2, Wasserdampf, Körpergeruch)
  • Wasserdampf vom Kochen, Waschen, ... und von Zimmerpflanzen
  • Ausdünstungen aus Möbeln, Teppichen, Gardinen, Lacken, Baumaterialien, etc.
  • Staubentwicklung, Keime und Pilzsporen aus Textilien, Haustieren und Pflanzen
  • Tabakrauch und Feuerstellen (Gasherd, offener Kamin, ...)
  • Radon - ein Gas aus dem Erdreich - vornehmlich in Kellerräumen, das Krebs auslösen kann

    Demgegenüber fordert der Gesetzgeber die unkontrollierte Lüftung über Fugen und Durchdringungen der Gebäudehülle - für die sich vor 30 Jahren kaum jemand interessiert hat, die sogar beim Betrieb von innenliegenden Feuerstellen (z.B. Kohleofen) zur Frischluftversorgung der Bewohner notwendig war - so stark wie möglich einzuschränken. Unter dem Gesichtspunkt des Energiesparens ist dies ja auch durchaus plausibel.

    Heute stellt sich nur die Frage, wohin mit der Luftbelastung in Innenräumen, wenn die Belüftung durch Fugen entfällt. Selten ist jemand im Haus, der 4 oder 5 Mal am Tag alle Fenster gleichzeitig öffnet um die belastete Luft auszutauschen. Häufig fehlt für den notwendigen "Durchzug" auch die Luftbewegung draussen.

    Aus einem anderen Blickwinkel stellt sich die Frage, weshalb man die mit guter Dämmung der Gebäudehülle eingesparte Energie 4 bis 5 Mal am Tag zum Fenster hinaus schicken soll.

    Deshalb bleibt nur die Möglichkeit, einem technischen Gerät die Lüftung der Wohnung anzuvertrauen.

    Anlagen zur Wohnungslüftung sind keine "neumodische Erfindung", sondern sind bei unseren skandinavischen Nachbarn seit ca. 30 Jahren im Einsatz. Auch in Deutschland gibt es Firmen, die seit 20 Jahren solchen Geräte in Serie herstellen.


    Copyright:BIC Lüftungstechnik

    Einige raten vom Einsatz dieser Technik ab. Ursache dafür ist häufig der Vergleich mit Klimaanlagen und angeblich nicht funktionierenden Anlagen. Klimaanlagen und Anlagen zur Wohnungslüftung haben jedoch nichts miteinander zu tun. Der wesentliche Unterschied ist, dass bei der Wohnungslüftung die Abluft und die Frischluft getrennt geführt werden.

    In einem Wärmetauscher wird die Wärme der Abluft auf die Frischluft übertragen, ohne dass eine Vermischung stattfindet.

    Unbestreitbar ist, dass einige Anlagen nicht so funktionieren, wie es sein sollte. Die Ursache ist jedoch nicht die Lüftungsanlage an sich. Häufig wurden durch Nichtbeachtung von Notwendigkeiten Fehler bei der Planung, beim Einbau und beim Betrieb der Anlage gemacht.

    Eine richtig geplante und eingebaute Anlage gibt den Bewohnern ein gesundes Raumklima, erhöht den Wohnkomfort und schützt die Bausubstanz. Achten Sie darauf, dass die Lüftungsanlage von Anfang an in die Planung des Hauses aufgenommen wird. Sorgen Sie dafür, dass mindestens einer der beteiligten Partner (Hersteller, Architekt oder Haustechniker) Erfahrung mit Lüftungsanlagen hat. Dann können Sie - wie bereits viele andere Hausbesitzer - die Vorzüge der mechanischen Lüftung genießen.

    Bei den Geräten gibt es unterschiedliche Typen. Da sind Geräte, die nur einen Raum belüften. Dann gibt es Geräte ohne Wärmerückgewinnung, mit Wärmerückgewinnung durch einen Wärmetauscher und Anlagen mit Wärmerückgewinnung duch Wärmetauscher und Wärmepumpe. Zum Einsatz kommen Geräte mit und ohne Nachheizregister. Das Nachheizregister kann über die Heizung gespeist werden oder mit Strom die notwendige Wärme erzeugen. Zusätzlich ist es möglich, die Luft vor dem Eintritt ins Haus durch ein 30-50 m langes Rohr in der Erde (Erdrohrwärmetauscher) zu leiten. Damit erreicht man im Winter eine Erwärmung und im Sommer eine Kühlung und Entfeuchtung der Luft.

    Kosten

    Die angegebenen Kosten sind Mittelwerte, die die Planung, das Lüftungsgerät, das Installationsmaterial und den Einbau beinhalten. Die Größe des Hauses, die Anordnung der Räume und das Zentralgerät sind Faktoren, die erheblichen Einfluß auf die Höhe der Kosten haben.

    Einzelraumgeräte mit Wärmerückgewinnung kosten ca. EUR 900-1200. Eine Anlage ohne Wärmerückgewinnung liegt bei EUR 3.500 - 6.000. Anlagen mit Wärmerückgewinnung belaufen sich auf ca. EUR 8 - 10.000. Anlagen mit Wärmerückgewinnung und nachgeschalteter Wärmepumpe kosten ungefähr EUR 8.500. Für einen vorgeschalteten Erdrohrwärmetauscher kalkulieren Sie bitte EUR 1.500 - 2.000 zusätzlich ein.


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