Baukosten senken - auf die Strategie kommt es an !

Durchführen zusätzlicher Eigenleistung

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Ratgebertext
Eine weitere Einsparungsmöglichkeit birgt die Überlegung, als Unternehmerleistung kalkulierte Leistungen zusätzlich in Eigenleistung zu erbringen. Die klassischen Bauherren-Eigenleistungen wie z.B Tapezieren, Anstreichen, Fliesenkleben und Holzverkleidungen könnten nun in Angriff genommen werden, wenn sie nicht bereits als Eigenleistung vorgesehen waren. Hier liegt wiederum der Vorteil darin, daß diese Arbeiten relativ spät im Bauprojekt anstehen und somit für die Kompensation der in den Hauptgewerken aufgetretenen Verteuerungen bestens geeignet sind. Da die Ausbaugewerke durchweg sehr lohnintensiv sind, lassen sich bei der Durchführung in Eigenleistung ganz erkleckliche Beträge einsparen.

So kosten z.B. die Verlegung von Wand- und Bodenfliesen etwa 25-30 Euro/m2 reine Unternehmer- Lohnkosten. Wenn man davon ausgeht, daß ein mittleres Badezimmer ca. 30-40 m2 Fliesenfläche besitzt, kommen alleine hier Einsparungen von 1000-1300 Euro in Betracht. Mit Hilfe des Kostenplanes lassen sich die Einsparungsmöglichkeiten bei Ersatz von Handwerkerleistungen sehr leicht ermitteln . Als weitere lohnende Eigenleistungsgewerke sind die Anstricharbeiten, die Isolierungen, die Holzverkleidungen, der Selbsteinbau von Innentüren, die Außenanlagen und mit Einschränkungen der Rückgriff auf einen Heizungsbausatz zu nennen. Besonders empfehlenswert sind die Arbeiten, die nicht unter Termindruck im Hinblick auf Handwerker-Folgeleistungen stehen.

Für die Bauherren, die ein Einfamilienhaus mit Zweit- oder Einliegerwohnung bauen sind bezgl. der Eigenleistungen die folgenden Ratschläge bestimmt:

Beginnen Sie bei allen durchzuführenden Eigenleistungen immer in der zumeist deutlich kleineren Einliegerwohnung.

Das hat einige nicht zu unterschätzende Vorteile:

In die zügig fertiggestellte Einliegerwohnung kann der Bauherr sehr frühzeitig einziehen, wenn die Wohnfläche zur Not ausreicht. Die Bauämter führen unter bestimmten Voraussetzungen eine vorgezogene Schlußabnahme der Einliegerwohnung durch. Der Bauherr spart ab diesem Zeitpunkt (u.U. 3-4 Monate vor Komplettfertigstellung bei umfangreich geplanter Eigenleistung) die Anfahrten zur Baustelle und die Mietkosten der Altwohnung.

Die Hauptwohnung kann vom Bauherren in Ruhe fertiggestellt werden, da der Termindruck durch die finanzielle Doppelbelastung (Zinsen/Miete) aufgehoben ist.

Der Bauherr ist flexibler in der Gestaltung seiner Arbeitszeiten in der Hauptwohnung. Da lange Anfahrten entfallen, können kleine Arbeiten auch "Zwischen Tagesschau und Wetterkarte" problemlos erledigt werden.

Die Baustelle mit den z.T. wertvollen Materialien ist bewohnt und damit erheblich weniger Einbruch- und Diebstahlgefährdet.

Alle Eigenleistungen können in der Einliegerwohnung geübt werden; kleinere Fehler stören den späteren Mieter erheblich weniger als den kritisch gewordenen Bauherren.

An den in der Regel kleineren Flächen der Einliegerwohnung kann sich der Bauherr die Routine aneignen, die für die exakte und zügige Bearbeitung der großen Flächen in der Hauptwohnung erforderlich ist.

Die bittere Erkenntnis, daß die geplante Eigenleistung vielleicht doch nicht so einfach ist, kommt bei Durchführung der ersten Versuche in der Einliegerwohnung so rechtzeitig, daß größerer Schaden vermieden werden kann. Da die in der Einliegerwohnung verwendeten Materialien meistens von einfacherer, preiswerter Qualität sind, halten sich die Mehrkosten durch die Materialverluste in diesem Fall in Grenzen.

(C) 2000 Dipl.Ing. Hans-Peter Schmitz, Erftstadt   Homepage  Email