Baukosten senken - auf die Strategie kommt es an !

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Ratgebertext
Schon bei der Aufstellung des Kostenplanes sollte der Bauherr die Überlegung anstellen, ob bestimmte Arbeiten bei auftretenden finanziellen Engpässen zurückgestellt werden können. Diese Arbeiten würden dann, unter vielleicht verbesserten finanziellen Randbedingungen, zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt. Auf diese Weise können die Baukosten, die unmittelbar in die laufende Belastung eingehen, verringert werden.

Folgende Voraussetzungen sollte man beachten !

Alle Installationsarbeiten, zumindest die unter Putz zu verlegende Rohinstallation, sollte auf jeden Fall komplett fertiggestellt werden. Nachträgliche Stemmarbeiten sind sehr mühsam und verursachen viele Unannehmlichkeiten. Alle Putz- und Estricharbeiten sollten für das ganze Haus fertiggestellt werden. Diese Gewerke verursachen, müssen sie nachträglich in einem bereits bewohnten Haus fertiggestellt werden, einen nahezu unglaublichen Schmutzanfall. Das sollte man sich ersparen. Alle Abdichtungs- und Isolationsarbeiten müssen fertig sein, damit Undichtigkeiten gegen Nässe, Kälte und Zugluft sicher auszuschließen sind.

Die nachträgliche Fertigstellung von Gewerken sollte man auf wirklich abgegrenzte Räumlichkeiten beschränken, will man sich das Wohnerlebnis im neuen Haus nicht von vorneherein vergällen. Ziel der Überlegungen ist, die zunächst entfallenden Kosten einzusparen, um die Arbeiten im Lauf der nächsten Jahre, ohne die Schuldenbelastung zu steigern, d.h. finanziert aus dem laufenden Einkommen, in kleinen Schritten, vielleicht auch in Eigenleistung, fertigzustellen.

Konkrete Beispiele

Der heutzutage fast obligatorische Partykeller oder Hobbyraum wird erst später in Angriff genommen. Vorerst reicht vielleicht ein Provisorium. Der Estrich wird mit Kunststofflack versiegelt (es sei denn, ein späterer Fliesenbelag ist geplant) und die Putzwände mit Binderfarbe gestrichen oder mit bunten Postern geschmückt. Einfache Regale stellen die erste Gebrauchsfähigkeit her. Bei etwas Phantasie dürfte diese einfache, fast kostenneutrale Ausführung die gute Stimmung der ersten Partys im neuen Heim nicht negativ beeinträchtigen. Der Heimwerker benötigt auch nicht immer sofort eine komplette, fertige Werkstatt. Oft tut ein leerer Raum mit einem kräftigen Tisch und einigen Regalen seinen Dienst als Hobbykeller und Abstellraum für übriggebliebene Baumaterialien.

Das für den später geplanten Nachwuchs vorgesehene Kinderzimmer muß nicht sofort und komplett fertiggestellt werden. Ein provisorisch hergerichteter Raum tut vielleicht vorerst gute Dienste als Bügel- oder Nähraum. Hierfür muß das Zimmer allerdings beheizbar sein.

Sollten Sie nun vorhaben, ein Gästezimmer mit separatem Bad oder Duschbad einzurichten, läßt sich die Fertigstellung vielleicht auch auf spätere Jahre hinausschieben. Wenn Sie die oben angeführten Hinweise berücksichtigen, können die Sanitärobjekte, Fliesenbeläge, Teppichboden, Verbindungsinnentür, Tapeten und Vorhänge für die erste Zeit eingespart werden. Hier können sich leicht 2000 - 3000 Euro ansammeln, die einen Finanzierungsengpaß überwinden helfen.

Die Waschküche muß nicht sofort mit einem gutaussehenden Fliesenbelag versehen werden.

Die Garage gehört auch zu den Teilen eines Hauses, die problemlos nachträglich errichtet werden können. Wenn der durch die Bauarbeiten zumeist ohnehin stark in Mitleidenschaft gezogene PKW immer im Freien genächtigt hat, wird es das auch noch einige Zeit länger können.

Die Anlage des fertigen Gartens kann man zumeist auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. In den ersten Jahren tut es auch eine durchgehende Rasenfläche ohne teure exotische Bepflanzung.

(C) 2000 Dipl.Ing. Hans-Peter Schmitz, Erftstadt   Homepage  Email